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Haarausfall

 

Haarausfall ist ein Phänomen, das in zwei Ausprägungen vorkommt, einerseits als normales Ausfallen von bis zu etwa 100 Haaren pro Tag, die konstant neu nachwachsen und andererseits krankheitsbedingt in Form eines gesteigerten Haarverlustes (lat. Effluvium capillorum). Im zweiten Fall wird die Richtlinie von 100 ausfallenden Haaren täglich deutlich überschritten. Darüber hinaus wachsen die ausgefallenen Haare meist nicht mehr nach. Haarausfall, der mit kahlen Kopfhautstellen einhergeht, wird als Alopezie bezeichnet.
Es lassen sich im Wesentlichen vier verschiedene Varianten von Haarausfall unterscheiden: hormonell bedingter (Alopecia androgenetica), kreisrunder (Alopecia areata), spannungsbedingter (Alopecia contentionalis) und diffuser (Effluvium diffusum).
Von der ersten Form sind vor allem Männer betroffen. Es besteht eine Überempfindlichkeit gegenüber den androgenen (männlichen) Hormonen, die mit dem Verlust von Haaren bis hin zur Glatzenbildung einhergehen kann. Mit etwa 90 Prozent ist diese Variante die häufigste der Alopezien. In seltenen Fällen und weitaus geringerem Ausmaß sind hiervon auch Frauen nach einer Entbindung und nach den Wechseljahren betroffen. Ursache hierfür ist eine Steigerung des androgenen Hormonspiegels.
Beim kreisrunden Haarausfall ist eine Autoimmunreaktion die Ursache. Die Haarfollikel werden vom Immunsystem als körperfremd eingestuft und abgewehrt. Hierbei kann die Erkrankung entweder lokal auf den Kopf begrenzt sein oder aber die gesamte Körperbehaarung betreffen.
Der Spannungshaarausfall entsteht meist im Kontext von erhöhtem Stress und psychischer Belastung. Durch konstante Anspannung des muskulären Kopfhautbereiches kann es im betroffenen Areal zu einer Verschlechterung der Durchblutung und daraus resultierend unzureichenden Nährstoffversorgung der Haarfolikel kommen. Beim diffusen Haarausfall, der zu der seltensten Form gehört, liegen in der Regel eine Mangelernährung, eine Schilddrüsenerkrankung oder eine Infektionserkrankung vor.
Therapeutische Interventionen orientieren sich an Art und Ursache des Haarausfalls. Die in der Werbung angebotenen Wundermittel funktionieren in aller Regel nicht. Beim hormonell bedingten Haarausfall besteht, ausschließlich bei Männern, die Möglichkeit, die Testosteronumwandlung im Körper durch einen entsprechenden ärztlich zu verordnenden medizinischen Wirkstoff zu minimieren. Dadurch kann der Haarausfall um etwa 70 Prozent reduziert, bzw. der Prozess in seiner Gesamtheit verzögert werden. Dieser Vorgang ist nur in einem sehr frühen Stadium des Haarausfalls möglich. Bei einer vollständigen Glatze beispielsweise besteht keine Behandlungsmöglichkeit mehr.
Als Alternative zu Perücken und Toupets gilt eine Haartransplantation. Hierbei ist der Erfolg umso größer, je mehr eigenes Haar noch vorhanden ist, um Haarwurzeln für eine Eigenhaartransplantation zu extrahieren. Das bestehende Haar, bzw. dessen Wurzeln werden umverteilt, um als Gesamteindruck eine einheitliche Behaarung der Kopfhaut ohne kahle Stellen zu ermöglichen. Eine Haartransplantation kommt in Frage, wenn medikamentöse Therapieversuche erfolglos waren.
Beim kreisrunden Haarausfall werden meist Zink-und Cortisonpräparate, sowie immunstimulierende Medikamente eingesetzt. Die Haare können vollständig nachwachsen, jedoch besteht die Möglichkeit, dass die Symptome immer wieder neu auftreten. Eine Heilung in Bezug auf die Ursachen ist derzeit nicht möglich.
Beim Spannungshaarausfall kommen Entspannungsverfahren zur Anwendung, darunter Biofeedback und Autogenes Training, sowie unterstützend medikamentöse Muskelrelaxantien. Der Erfolg ist meist nur von begrenzter Dauer, da die Verspannung der Kopfhaut dauerhaft unterbleiben müsste.
Beim diffusen Haarausfall hilft ein Beseitigen der Symptome, um den Haarausfall zu stoppen und den Haarwuchs wieder zu ermöglichen. Hierzu gehören eine gesunde Ernährung, bzw. eine erfolgreiche Behandlung der Schilddrüse oder der zugrunde liegenden Infektion.

 

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